Unsere Forderungen

Psychologie-Studierende müssen seit dem Bologna-Prozess sowohl den Bachelor als auch den konsekutiven Psychologie-Master absolvieren um Äquivalent zum Diplom in Psychologie als Psychologin oder Psychologe tätig zu sein. Auch die Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) bestätigen die Notwendigkeit des Masters für die vollständige Ausbildung von Psychologinnen und Psychologen. Weil es zu wenig Psychologie-Masterplätze für die Bachelor-Absolvierenden gibt, fordern wir, diese zu erhöhen.

Wir fordern insbesondere vier Aspekte zu verbessern:

Mehr Psychologie-Masterplätze

Um allen Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen einen Masterplatz zu garantieren, muss eine Erhöhung der Masterplätze auf 110% im Verhältnis zu den Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen stattfinden. Somit kann ein problemloser Übergang vom Bachelor in den Master für alle Studierenden garantiert werden.

Im Fach Psychologie ist es nicht unüblich, dass der Bachelor entweder an privaten Hochschulen, der FernUniversität in Hagen oder im Ausland absolviert wird. Um verschiedene berufliche Qualifikationen, wie bspw. die Voraussetzungen der Psychotherapie-Ausbildung zu erreichen, ist für viele Studierende ein klinischer Masterabschluss einer staatlichen Universität notwendig. Deshalb reicht eine Quote von 100% nicht aus. Diese Forderung darf in keiner Weise dazu führen, dass die zur Verfügung stehenden Bachelor-Plätze reduziert werden.

Zentrales Platzvergabesystem auch für Master (ähnlich wie oder über Hochschulstart)

Um die faire Verteilung von Masterplätzen zu garantieren, müssen sich die Universitäten dazu bereit erklären, an einem zentralen, transparenten Platzvergabesystem teilzunehmen. Hierbei gibt es geregelte Fristen, an denen die Studierenden sich einheitlich orientieren können. Die unterschiedlichen Fristen, die derzeit vorherrschen, führen dazu, dass Studierende Plätze blockieren, während sie auf die Zusage von anderen Universitäten oder Hochschulen warten. Das Nachrückverfahren zieht sich oft bis in den November und stellt eine hohe psychische, logistische und finanzielle Belastung für Studierende dar.

Das zentrale Vergabesystem zeigt sich in der Bachelor-Bewerbung als äußerst hilfreich und würde auch beim Master zu einer hohen Aufwands- und Kostenersparnis führen. Die derzeitige Situation weist unnötigen bürokratischen Aufwand auf.

Zulassungsvoraussetzungen für den Psychologie-Master angleichen

Die Zulassungsvoraussetzungen für den Master der Psychologie müssen deutschlandweit vereinheitlicht werden. Das bedeutet, dass z.B. spezifische Kurse oder die Dauer eines Praktikums keine Voraussetzung für die Bewerbung zum Psychologie-Master sind. Jeder akkreditierte Bachelor der Psychologie, der an einer europäischen Hochschule erworben wurde, muss für jeden akkreditierten Psychologie-Master-Studiengang qualifizieren. Dies gilt explizit auch für die Aufnahmekriterien, die private Hochschulen in Deutschland stellen. Nur so gelingt eine nachhaltige Umsetzung der Bologna-Reform.

Kinder und Pflegebedürftige als Härtefall-Kriterium zur Unterstützung von Eltern/Pflegenden

Besondere persönliche Umstände, die zu einer Ortsbindung führen, müssen deutschlandweit als Härtefallkriterium gewertet werden. Derzeit erfüllen Pflegende oder alleinerziehende Eltern nur selten ein Härtefallkriterium und haben deshalb oft geringe Chancen, an ihrer Bachelorhochschule einen Masterplatz zu erhalten. Für diese Gruppen ist ein Ortswechsel unzumutbar, weshalb diese flächendeckend in die Härtefallregelungen integriert werden müssen.