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BDP-Newsletter Juli 2004

*** Ausgabe 6-2004 vom 22. Juli 2004 ***

In dieser Ausgabe:

  • PT-Verbände: BMGS muss für Umsetzung der BSG-Urteile aktiv werden
  • 20er-Regelung bei Praxisgebühr jetzt unbefristet
  • Qualitätsmerkmale bei Beratung im Internet
  • BDP-Präsidentin brachte "Anschub.de" mit auf den Weg
  • BMGS startet Internet-Portal zur Rente
  • BSG: Keine Altersgrenze für Vertretung
  • BDP-Online-Visitenkarte jetzt auch mit eigener E-Mail-Adresse
  • Bestandsaufnahme Notfallpsychologie
  • Akademie aktuell: PT-Kammern zertifizieren DPA-Fortbildungen
  • BDP: Psychologische Betreuung in Beratungsstellen unverzichtbar
  • Fachtagung für Schriftpsychologie
  • Symposium zur Psychologie in Nachkriegs-Gesellschaften

AKTUELLES THEMA

PT-Verbände: BMGS muss für Umsetzung der BSG-Urteile aktiv werden
Der Gesprächskreis II der Psychotherapie (PT-)Verbände hat unter der Federführung des VPP im BDP an das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung appelliert, im Hinblick auf die Umsetzung der Bundessozialgerichtsurteile zum Psychotherapeutenhonorar "die Voraussetzungen für einen Rechtsfrieden in dieser Sache" zu schaffen. Anlass dazu sehen die Psychotherapieverbände in "Drohszenarien", mit denen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen offensichlich erreichen wollten, dass den Psychotherapeuten die vom BSG zugesprochene Vergütung letztendlich doch vorenthalten bleibt. In ihrem für die Psychotherapieverbände unterzeichneten Schreiben legt VPP-Vorsitzende Dr. Helga Schäfer dem Ministerium nahe, Kassen und KBV dazu aufzufordern, sich über die Nachzahlungen und die künftige Honorierung der Psychotherapeuten zu verständigen. Schäfer betont, dass dies allerdings in einer Weise geschehen müsse, dass die BSG-Rechtsprechung exakt umgesetzt wird. Der Brief im vollen Wortlaut:
www.bdp-vpp.de/meldungen/04/40706_brief_bmgss.shtml
Dass die die Besorgnis der Psychotherapeuten begründet ist, bestätigt die mittlerweile von den Spitzenverbänden der Krankenkassen offiziell eingenommene Position. Danach sehen sich die gesetzlichen Krankenkassen nicht generell dazu verpflichtet, sich an der Aufstockung der in den vergangenen Jahren zu wenig gezahlten Honorare für die Psychotherapeuten zu beteiligen. Lesen Sie dazu den Kommentar unseres Juristen RA Jan Frederichs "Kassen widersetzen sich der Rechtsprechung" unter:
www.bdponline.de/intern/archiv/2004/07_juli.shtml

NACHRICHTEN

20er-Regelung bei Praxisgebühr jetzt unbefristet
Die zunächst als Übergangslösung vereinbarte 20er-Regelung bei der Praxisgebühr gilt seit dem 1. Juli unbefristet. Patienten brauchen somit - anders als beim Zahnarzt - keine zusätzliche Praxisgebühr beim Psychotherapeuten zu entrichten. Handelt es sich um den ersten Arzt-/PT-Kontakt im Quartal, wird auch beim Psychotherapeuten die Praxisgebühr fällig. Ggf. erhält der Patient in diesem Fall vom Psychologischen Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten die bekannte Quittung, mit der er bei weiteren Arztbesuchen nachweisen kann, dass er die Gebühr bereits bezahlt hat. Die 20er-Regelung erfüllt eine Forderung, die BDP und VPP von vornherein erhoben haben.

Qualitätsmerkmale bei Beratung im Internet
Über ein wichtiges Instrument zur Orientierung und Qualitätssicherung bei schulpsychologischer Beratung im Internet berichtet Report Psychologie in seiner neuesten Ausgabe (Heft 7-8/2004). Das Papier informiert über Formen der Internet-Beratung und beschreibt verschiedene Angebote, darunter moderierte Chats und themenzentrierte Foren. Im Hauptteil geht es um Qualitätsmerkmale aus Sicht der Nutzer sowie fachlich-methodische, rechtliche und zeitliche Standards. Der Arbeitskreis der Leiter Schulpsychologischer Dienste im Städtetag Nordrhein-Westfalen hat bereits beschlossen, die in der Vorlage beschriebenen Qualitätsmerkmale der Internet-Beratung für die kommunale Schulpsychologie in NRW verbindlich zu übernehmen. BDP-Mitglieder haben Zugriff darauf unter
www.bdponline.de/intern/report/2004/0708/pdf10.pdf

BDP-Präsidentin brachte "Anschub.de" mit auf den Weg
Am 22.6.04 hat BDP-Präsidentin Gertraud Richardt an der hochrangig besetzten Gründungsveranstaltung von Anschub.de in Berlin teilgenommen. Die Bertelsmann-Stiftung, die Anschub.de trägt, ernannte gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung wichtige Akteure im Bereich Prävention, darunter den BDP, zu so gen. Partnern. Richardt bewertet positiv, dass dadurch der Präventionsgedanke weiter gestärkt werde und dass die in der Gesellschaft bereits vorhandenen Kompetenzen in Bezug auf Prävention benutzt werden. Mit hohem Engagement und auf solidem Fundament sei ein präventives Projekt in großem Maßstabe zur nachhaltigen Gesundheitsförderung an Schulen auf den Weg gebracht worden. Kritisch äußerte sich Richardt über die Verwendung eines rein körperlichen und damit längst überholten Gesundheitsbegriffs im Vortrag von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Im Unterschied dazu hob Bundesministerin Renate Künast (Verbraucherschutz und Ernährung) hervor, dass beispielsweise auch die soziale Lage des Individuums bei der Prävention z. B. von ungesundem Essverhalten berücksichtigt werden muss. Für Richardt sind gerade das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung (self efficacy) und das des Selbstwertgefühls, also genuin psychologische Konzepte, gefragt, wenn man "gesunde Schüler" zum Ziel hat. Weitere Info:
www.anschub.de/de/index.jsp

BMGS startet Internet-Portal zur Rente
Unter der Adresse www.die-rente.info informiert das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) mit einem neu gestalteten Internetauftritt rund um das Thema Rente. Die Inhalte sind in vier zielgruppenspezifischen Kategorien aufbereitet: "In Rente", "Bald in Rente", "Im Berufsleben" und "In der Ausbildung". Vor dem Hintergrund der aktuellen Gesetzesänderungen bietet das Rentenportal einen vor allem für Berufstätige nützlichen serviceorientierten Überblick über die gesetzliche Alterssicherung und zusätzliche Vorsorgemöglichkeiten. Wo die Informationen des Portals vielfach allgemein bleiben müssen, können sich BDP-Mitglieder anschließend durch den Wirtschaftsdienst des BDP ganz individuell beraten lassen und die für sie geeignetste(n) Anlage(n) zu den günstigen Mitgliedsbedingungen vereinbaren (Tel. 0228 / 641022, Mo-Fr 9.00-12.00 Uhr).

BSG: Keine Altersgrenze für Vertretung
Auch Ärzte über 68 Jahren dürfen nach einem kürzlich vom Bundessozialgericht gefällten Urteil (Az.: B 6 KA 11/04 R) einen Kassenarzt bei Urlaub, Krankheit oder Fortbildung vertreten. Es könne nicht angenommen werden, so das BSG, dass ein Arzt, der die Altersgrenze überschritten hat, nicht mehr in der Lage sei, die Aufgaben eines Vertreters zu erfüllen. Gemäß der Zulassungsverordnung ist das Urteil grundsätzlich auch auf Psychologische Psychotherapeuten anwendbar.

BDP-INTERN

BDP-Online-Visitenkarte jetzt auch mit eigener E-Mail-Adresse
Die kostenlose Online-Visitenkarte, die der BDP seinen Mitgliedern seit einigen Monaten anbietet, lässt sich jetzt auch mit einer eigenen E-Mail-Adresse verbinden. Die Einrichtung ist als reine Weiterleitung zum eigenen Provider ebenfalls kostenlos. Wer zusätzlich eine Mailbox nutzen möchte, zahlt 10 EUR jährlich. Mehr dazu unter
www.bdp-verband.org/service/visitenkarten/index.shtml

Bestandsaufnahme Notfallpsychologie
Der bereits in Report Psychologie (4/2004) angekündigte Erhebungsbogen der Fachgruppe Notfallpsychologie in der Sektion Klinische Psychologie im BDP und der dazugehörige Begleittext sind ab sofort abrufbar unter:
www.sektion-klinische.de/content/fachgruppen/gruppe16/gruppe16.htm
Die Mitglieder der Fachgruppe erhalten beide Unterlagen im Laufe dieser Woche auf dem Postweg. Die Fachgruppe möchte mit der Umfrage einen Überblick über die vorhandenen Ressourcen für Notfallpsychologie gewinnen.

Akademie aktuell: PT-Kammern zertifizieren DPA-Fortbildungen
Fortbildungsangebote der Deutschen Psychologen Akademie GmbH (DPA) des BDP sind mittlerweile von den ersten aktiven Psychotherapeutenkammern in Berlin und Hessen zertifiziert worden bzw. stehen kurz davor. Von der Berliner Psychotherapeutenkammer wurden die DPA-Fortbildungsreihen "Autogenes Training" mit insgesamt 60 FE, die Fortbildungsreihe "Progressive Relaxation" mit insgesamt 32 FE und die Fortbildungsreihe "Spezielle Psychotraumatherapie" in Kooperation mit dem Institut für Traumatherapie mit insgesamt 144 FE zertifiziert. Bei der Psychotherapeutenkammer Hessen hat die DPA bereits für 14 Veranstaltungen die Zertifizierung beantragt, so dass in Kürze weitere Seminare für den Fortbildungsnachweis zur Verfügung stehen werden. Sobald die übrigen Kammern ihre Arbeit aufnehmen, wird die DPA auch bei diesen ihre relevanten Fortbildungsveranstaltungen zertifizieren lassen. Zukünftig müssen Psychologische Psychotherapeut(inn)en für jeweils fünf Jahre einen Fortbildungsnachweis im Umfang von 250 Fortbildungseinheiten (FE) gegenüber den Kassenärztlichen Vereinigungen erbringen. Weitere Auskünfte zum Programm der DPA unter www.dpa-bdp.de oder telefonisch unter 02 28 / 9 87 31 28.

BDP: Psychologische Betreuung in Beratungsstellen unverzichtbar
In einer ausführlichen Stellungnahme an den Ausschuss für Gleichstellung, Familie, Kinder, Jugend und Sport des Landes Sachsen-Anhalt setzt sich der BDP dafür ein, dass in den Beratungsstellen für Opfer sexualisierter Gewalt in jedem Falle eine Psychologen-Stelle gesichert werden muss. Selbst wenn man davon ausgehe, dass Psychotherapie lt. PsychThG eine Kassenleistung darstellt, die nicht vom Träger bezahlt wird, so müsse doch für jede andere Art von psychologischer Betreuung, die auf nicht oder noch nicht krankheitswertige Probleme ziele, eine Psychologin oder ein Psychologe zur Verfügung stehen: "Ist (...) eine Psychotherapie im Zuständigkeitsbereich der Krankenkassen indiziert, darf dies nicht dazu führen, dass psychologische Maßnahmen zur Erreichung der anderen Sozialziele vergessen werden", so Hauptgeschäftsführer Armin Traute. Psychotherapie umfasse außerdem nur im Sprachgebrauch rund um das PsychThG tatsächlich ausschließlich psychische Störungen mit Krankheitswert. Das bedeute nicht, die Eignung von Psychotherapie bei psychischen Störungen ohne Krankheitswert für ausgeschlossen zu erklären. Im Übrigen sei es auch kein Verstoß gegen geltendes Recht, wenn die öffentliche Hand bei einer bestimmten Aufgabenstellung die Psychotherapie für sinnvoll halte und diese Maßnahme in eigener Zuständigkeit bezahle. Dies rechtfertige sich schon aus der Eigenständigkeit dieser sozialstaatlichen Aufgabe. Wer in diesem Zusammenhang mit angeblicher Wettbewerbsproblematik argumentiere, müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, mit Scheinargumenten vertuschen zu wollen, dass Sparen wichtiger ist als die Hilfe für Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt. Den kompletten Text des Anschreibens finden Sie unter
www.bdponline.de/intern/2004/40527_Ferchland.pdf

TIPPS UND TERMINE

Fachtagung für Schriftpsychologie
16.-20. August 2004, Thema "Wege der Wandlung - Handschrift und Persönlichkeit", Katholische Akademie Schwerte, Kardinal-Jaeger-Haus,
(Tagungsgebühr: EUR 325,- incl.Verpflegung und Unterkunft)
T 02304/4770, http://www.Akademie-Schwerte.de

Symposium zur Psychologie in Nachkriegs-Gesellschaften
Frühbucher sparen 15 Euro!
14.-16.10.2004, Department Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, Symposium "Psychology in Post-War Societies". Der Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der LMU München führt seit 1996 kontinuierlich Forschungsprojekte mit Universitäten Südosteuropas über die Auswirkungen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien auf die Menschen und die sozialen Strukturen durch. Beim Symposium werden diese Projekte und die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Gebühren: 90 EUR, 75 EUR ermäßigt. Bei Frühbuchung bis 30.7.04 gehen 15 EUR davon ab. Nähere Informationen unter:
http://www.paed.uni-muenchen.de/~klin/postwarpsychology

Alle BDP-Termine bis Ende Oktober 2004 auf einen Blick:
www.bdp-verband.org/aktiv/veranstaltungen/index.shtml
Tagungen und Kongresse mit und ohne BDP:
www.bdp-verband.org/aktiv/kongresse/index.shtml

ZU GUTER LETZT

Für einen verregneten Sommerurlaub empfehlen wir Ihnen (nicht nur) "Mensch ärgere dich nicht":
http://gamesweplay.de/info.html

Mit freundlichen Grüßen
Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
Hauptgeschäftsführer: Dipl.-Psych. Armin Traute

Newsletter-Redaktion: Hans-Werner Drewe (Tel. 0228-987 31-16, drewe@bdp-verband.org), Angelika Wisniewski (Tel. 0228-987 31-43, a.wisniewski@bdp-verband.org)